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Krebsvorsorge Niere, Hoden, Blase, Prostata

Neben der Prostatavorsorge, sollten bei Männern alle Veränderungen an den Hoden genau abgeklärt und untersucht werden. Bei Schmerzen am Hoden, Vergrößerungen und vor allem bei schmerzlosen Verhärtungen des Hodens ist eine detailliert und zeitnahe Untersuchung unbedingt zu empfehlen.

Die Nieren und auch die Harnblase sollten bei Männern und Frauen dringend abgeklärt werden, wenn sich Blut im Urin befindet. Gelegentlich können auch häufig wiederkehrende Nieren- oder Blasenentzündungen wegweisend sein, so dass diese weiter untersucht werden sollten.

Die nachfolgenden Seiten sollen Ihnen einige grundlegenden Informationen über die Vorsorge dieser Krebserkrankungen geben.
Das Nierenzellenkarzinom ist der dritthäufigste urologische Tumor. Männer erkranken doppelt so häufig wie Frauen. Meistens wird der Tumor im Alter zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr entdeckt. Oft werden die Tumore zufällig bei Ultraschalluntersuchungen oder bei einer Computertomographie festgestellt.

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Besteht der Verdacht eines Tumors an der Niere, sind Urin- und Blutuntersuchungen, Ultraschall, eine Computertomographie oder auch eine Kernspintomografie notwendig.

Welche Behandlungen gibt es?

  1. Operative Behandlung
    Wenn ein bösartiger Tumor festgestellt wurde, und eine zweite gesunde Niere vorhanden ist, wird i.d.R. die tumortragende Niere entfernt. Die verbleibende Niere kann dann die komplette Funktion, übernehmen, sodass die Nierenfunktion nicht oder nur leicht eingeschränkt wird.
  2. Organerhaltende Operation
    Bei fehlender oder funktionsgestörter zweiter Niere kann nierenerhaltend operiert werden, d.h. nur der Tumor wird aus der Niere entfernt. Eine nierenerhaltende Operation ohne erhöhtes Risiko ist auch bei kleinen Tumoren möglich, auch wenn eine gesunde zweite Niere vorhanden ist. Welche Operation am geeignetesten ist, entscheidet der Operateur zuvor im Gespräch mit dem Patienten.
  3. Medikamentöse Therapie
    Eine medikamentöse Therapie (z.B. Chemotherapie/Immuntherapie) wird dann angestrebt, wenn der Nierentumor bereits gestreut, also Metastasen im Körper gebildet hat.

Wann beginnt die Nachsorge?

Nach der Operation und Entlassung aus dem Krankenhaus beginnt die Tumornachsorge. Durch regelmäßige Untersuchungen (körperliche Untersuchung, Ultraschall-, CT- und Röntgenuntersuchungen) kann ein mögliches Wiederauftreten der Erkrankung rechtzeitig entdeckt werden.
An Hodenkrebs erkranken meistens junge Männer. Hodenkrebs ist selten schmerzhaft. Der Altersgipfel dieser Erkrankung liegt zwischen 20 und 40 Jahren. Risikofaktoren sind Bauchhoden, Pendel- oder Leistenhoden im Kindesalter auch nach operativer Lagekorrektur. Mit der Einführung des Medikaments Cisplatin haben sich die Heilungschancen drastisch verbessert. Eine komplette Heilung eines bösartigen Hodentumors liegt derzeit, unabhängig vom Stadium des Tumors, bei 94 Prozent.

Untersuchungen zur Erkennung des Hodenkrebses

Früherkennung verbessert die Heilungschance. Eine sinnvolle Form der Früherkennung ist die Selbstuntersuchung des Hodens. Bei auffälligen Verhärtungen an der Oberfläche des Hodens oder im Hoden selbst sollte sofort eine weitergehende Untersuchung durch einen Urologen erfolgen.

Maßnahmen zur korrekten Einstufung des Hodentumors

Hat die Selbstuntersuchung den Verdacht auf einen Hodentumor ergeben, folgen die Ultraschalluntersuchung und eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der so genannten Tumormarker. Der nächste Schritt ist die operative Freilegung des betroffenen Hodens. Bestätigt sich der Verdacht auf einen bösartigen Tumor, wird der Hoden mit Samenstrang entfernt. In seltenen Fällen einer gutartigen Veränderung im Hoden (5%) kann dieser gutartige Tumor unter Erhaltung des Hodens entfernt werden.

Behandlung von Hodenkrebs

Nach Entfernung des Hodens und abgeschlossener Diagnostik kann der Tumor genau eingestuft werden. Etwa 90% aller Tumore befinden sich in den Frühstadien und haben statistisch gesehen eine Überlebenschance von 100%. Auch die meisten Patienten in fortgeschrittenen Tumorstadien können bei entsprechender Therapie geheilt werden.

Nachsorge

Abhängig vom Stadium des Tumors und der erfolgten Therapie muss die Nachsorge geplant werden. Grundsätzlich sind in den ersten zwei Jahren dreimonatliche Nachsorgeuntersuchungen und dann bis zum fünften Jahr halbjährliche Untersuchungen empfehlenswert. Nach dem fünften Jahr reichen jährliche Untersuchungen aus.

Zusammenfassung

An einem Krebs der Harnblase erkrankten in Deutschland im Jahr 2002 etwa 18.868 Männer und 7.121 Frauen. Somit tragen Männer ein mehr als doppelt so großes Risiko, an einem Harnblasenkrebs zu erkranken. Bei Männern steht der Harnblasenkrebs auf Platz 5 der Häufigkeitsskala von Krebserkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland. Das Lebensalter von Männern beträgt bei der Diagnosestellung im Schnitt 70 Jahre, bei Frauen etwa 73 Jahre. Die meisten Harnblasenkrebse werden in frühen Stadien entdeckt. Das Rauchen steht als Risikofaktor bei der Entstehung von Blasenkrebs im Vordergrund. Etwa die Hälfte aller Blasenkrebs-Erkrankungsfälle bei Männern und ein Drittel der Erkrankungsfälle bei Frauen wird auf übermäßigen Tabakkonsum zurückgeführt. Das Passivrauchen, welches aus der Gesundheitsdiskussion nicht mehr wegzudenken ist, trägt ebenfalls zum Erkrankungsrisiko bei.

Bei einer operativen Tumorresektion durch eine transurethrale Blasentumorresektion (TUR-B) wird zunächst die Diagnose bestätigt und die Eindringtiefe des Tumors bestimmt. Innerhalb von 5 Jahren tritt in mehr als der Hälfte der Fälle erneut ein Harnblasenkarzinom auf.   

Krankheitszeichen

In frühen Stadien macht Harnblasenkrebs kaum Beschwerden. Acht von zehn Betroffenen nehmen Blutspuren im Urin wahr (Hämaturie), auch eine Dunkelfärbung des Urins ist möglich. Eine Hämaturie ist in der Regel schmerzlos. Häufiger Harndrang (Pollakisurie) kommt vor, wobei jedoch immer nur eine geringe Menge Harn entleert werden kann. Sämtliche Beschwerden können zwar auf eine bösartige Erkrankung der Harnblase hinweisen, aber ebenso Anzeichen für eine andere Erkrankung im Harnblasen- und Nierensystem sein. Selten können Schmerzen im seitlichen Körperrumpf, ein bereits tastbarer Tumor im Bauchraum, Lymphknotenvergrößerungen und Knochenschmerzen anzeigen, dass ein weiter fortgeschrittenes Harnblasenkarzinom vorliegt. Zweifelsfreie Klärung ist nur durch einen Besuch beim Urologen möglich, da dieser die entsprechenden Untersuchungsverfahren zur Verfügung stellt.

Wann soll ein Urologe aufgesucht werden?

Wichtigstes Krankheitszeichen ist die schmerzlose Blutbeimengung im Urin. Schmerzen treten meist erst bei fortgeschrittener Erkrankung auf. Bei Anzeichen von Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Schmerzen beim Wasserlassen oder im Unterbauch sollte immer ein Urologe aufgesucht werden. Nur durch das frühzeitige Erkennen kann der Harnblasenkrebs wirklich erfolgreich behandelt werden.

Das Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes.

Was Sie wissen sollten

Im Gegensatz zu vielen anderen bösartigen Erkrankungen nehmen gut differenzierte Prostatakarzinome oft auch ohne Behandlung einen über viele Jahre günstigen Verlauf. Da überwiegend ältere Patienten von diesem Tumor betroffen sind, ist eine Operation oder Strahlentherapie nicht in jedem Fall erforderlich. Jedoch können aggressive, feingeweblich schlecht differenzierte Prostatakarzinome innerhalb von kurzer Zeit lebensbedrohlich werden.

Bau und Funktion der Prostata

Die Prostata (Vorsteherdrüse) liegt am Übergang von der Blase in die Harnröhre oberhalb des willkürlichen Blasenschließmuskels. Sie besteht aus mehreren Dutzend Drüsenläppchen. Die Prostata produziert einen Teil der Samenflüssigkeit und entleert diese beim Samenerguß in die Harnröhre. Ein wichtiges Produkt der Prostata ist das prostataspezifische Antigen (PSA), das in hoher Konzentration in der Samenflüssigkeit gefunden wird. Ein kleiner Teil dieses Eiweißes läßt sich auch im Blut nachweisen und ist bei Patienten mit einem Prostatakarzinom erhöht. Das PSA spielt daher eine entscheidende Rolle bei der Früherkennung dieser Erkrankung.

Prostatakarzinome entstehen meistens in der äußeren Region der Drüse, die vom Enddarm aus einer Tastuntersuchung zugänglich ist. Tumorverdächtig sind verhärtete Knoten. Sehr eng benachbart zur Prostata verlaufen die Nervenbahnen, die die Erektiondes männlichen Gliedes steuern. Prostatakarzinome neigen dazu, entlang dieser Nervenfasern aus der Drüse hinauszuwachsen.

Was ist ein Prostatakarzinom?

Beim Prostatakarzinom handelt es sich um eine bösartige Neubildung des Prostatadrüsengewebes. Da das Prostatagewebe von den männlichen Geschlechtshormonen gesteuert wird, sind Prostatakarzinome durch einen Entzug dieser Hormone vorübergehend zur Rückbildung zu bringen. Unbehandelt breitet sich das Karzinom über Lymphgefäße in die umliegenden Lymphknoten und über die Blutbahn vor allem in das Skelett aus. Dort bilden sich Tochtergeschwülste, die das blutbildende Knochenmark verdrängen und zu spontanen Knochenbrüchen führen können.

Ist das Prostatakarzinom heilbar?

Entscheidend für die Heilung eines Prostatakarzinoms ist die frühe Erkennung und vollständige Entfernung (durch die radikale Prostatektomie) oder Vernichtung (durch Strahlentherapie) des Tumors. Wenn der Tumor nur innerhalb der Prostata nachweisbar ist, so liegt die Heilungswahrscheinlichkeit bei etwa 90 %, hat der Tumor die „Kapsel“ durchbrochen, bei etwa 50 %. Liegen Absiedlungen (Metastasen) in den Lymphknoten oder anderen Organen vor, so ist der Tumor nicht mehr heilbar. Dennoch läßt sich durch moderne Formen der Hormonbehandlung der Tumor oft noch mehrere Jahre am Wachstum hindern.

Die Diagnostik des Prostatakarzinoms

Erforderlich ist eine frühzeitige Erkennung des Karzinoms vor Auftreten von Symptomen, da diese praktisch immer ein fortgeschrittenes Stadium anzeigen. Bei der Früherkennungsuntersuchung, die in Deutschland ab dem 45. Lebensjahr von den Krankenkassen bisher bezahlt wird, ist nur die Tast-Untersuchung der Prostata durch den Enddarm enthalten. Als das bessere Verfahren zur Früherkennung des Prostatakarzinoms hat sich jedoch die Bestimmung des PSA im Blut erwiesen. Bei Auffälligkeiten wird eine Gewebeprobe entnommen. Dabei dient eine Ultraschalldarstellung der Prostata durch den Enddarm dem Urologen als Orientierung. Wird ein Karzinom diagnostiziert, so erfolgt zur Suche nach Absiedlungen eine Darstellung der Knochen mittels Skelettszintigraphie. Auf diese Untersuchung kann bei nur gering erhöhtem PSA evtl. verzichtet werden.

Therapie des auf die Prostata beschränkten Karzinoms

Eine auf Heilung ausgerichtete Therapie ist in der Regel zu empfehlen, wenn die Lebenserwartung bei mindestens 10 Jahren liegt. Die Standardtherapie ist die Entfernung der Prostata mit teilweiser Ausräumung der Lymphknoten im Becken. Die Operation kann über einen Schnitt unterhalb des Nabels oder am Damm zwischen Hodensack und Darmausgang beziehungsweise über eine Bauchspiegelung erfolgen. Daneben besteht auch die Möglichkeit einer Strahlenbehandlung entweder von außen oder durch dauerhafte Einbringung radioaktiver Metallkapseln in das erkrankte Organ (Brachytherapie). Letztere Behandlung ist jedoch als alleinige Therapie bei aggressiven und großen Tumoren nicht zu empfehlen. Bei älteren Patienten und wenig aggressiven (gut differenzierte, dem normalen Prostatagewebe ähnliche) Prostatakarzinomen ist auch ein zunächst abwartendes Vorgehen möglich, eine Therapie wird erst bei Zeichen eines fortschreitenden Tumorwachstums eingeleitet.

Nebenwirkungen der Behandlung

Die typischen und von den Patienten gefürchteten Nebenwirkungen (V erlust der sexuellen Potenz und Harninkontinenz) sind durch die engen räumlichen Beziehungen der Prostata zu den verantwortlichen Nerven beziehungsweise dem willkürlichen Schließmuskel begründet. Die Wahrscheinlichkeit einer bleibenden Harninkontinenz nach radikaler Prostatektomie liegt unter 5%. Die Erhaltung der Potenz ist möglich, wenn der Tumor rechtzeitig erkannt wurde und keine Gefahr besteht, durch Schonung der Nerven Tumorgewebe zurückzulassen. Die Nebenwirkungen einer Strahlentherapie sind ähnlich.

Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms

Obwohl bei Ausbreitung des Tumors in umliegende Organe oder bei Vorliegen von Tochtergeschwülsten in den Lymphknoten oder anderen Organen eine Heilung nicht mehr möglich ist, dauert es meist Jahre bis zum Auftreten lebensbedrohlicher tumorbedingter Symptome. Die Behandlung besteht dann in einer Hormontherapie, das heißt in einem Entzug männlicher Geschlechtshormone durch Entfernung des Hodengewebes, oder in einer gleichwertigen medikamentösen Behandlung. Zusätzlich oder auch als alleinige Behandlung können Gegenspieler der männlichen Geschlechtshormone (Antiandrogene) zugeführt werden. Die alleinige Therapie mit Antiandrogenen ermöglicht es bei einigen Patienten, den durch den Hormonentzug ansonsten unvermeidlichen Verlust der sexuellen Aktivität zu vermeiden. Liegen Absiedlungen in den Knochen vor, so kann bei lokalisierten Schmerzen eine lokale Strahlentherapie Linderung bringen. Knochenschmerzen durch weitverbreitete Tochtergeschwülste lassen sich durch eine wiederholte Gabe radioaktiver Substanzen, die bevorzugt in den Knochenabsiedlungen des Prostatakarzinoms angereichert werden, behandeln.

Nachsorge nach Behandlung des Prostatakarzinoms

Wurde die tumorbefallene Prostata operativ entfernt, sollte der PSA-Wert auf Null abfallen. Eine weiterbestehende oder erneute Nachweisbarkeit des PSA weist auf Tumorgewebe hin. Eine regelmäßige Bestimmung des PSA-Wertes ist daher zunächst als Nachsorgeuntersuchung ausreichend. Nach der Strahlentherapie sollte der PSA-Wert < 1 ng/ml sein. Ein Wiederanstieg des PSA-Wertes als Zeichen erneuten Tumorwachstums nach radikaler Prostatektomie bedeutet nicht, daß mit einem raschen Fortschreiten der Tumorerkrankung zu rechnen ist. Abgesehen von einer Minderzahl besonders aggressiver Tumoren dauert es noch Jahre, bis der Tumor auch klinische Symptome hervorruft. Auch ohne Heilungsabsicht (nicht-kurativ) behandelte Karzinome werden durch Bestimmung des PSA-Wertes überwacht. Je weiter dieser Wert unter einer Hormontherapie absinkt, um so größer ist deren langfristige Wirksamkeit.

Quelle: PATIENTENINFORMATION der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und des Berufsverbandes Deutscher Urologen (BDU)

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